Cyberkriminalität - Betrugsbande wegen mTan-Phishing zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt

Das Bundeskriminalamt berichtete bereits im Jahr 2016 über den Anstieg der Internetkriminalität. Das Landgericht Osnabrück hat im letzten Jahr eine dreiste Betrugsbande zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Die Täter haben das mTan-Verfahren ihrer Opfer manipuliert.

Täter verschaffen sich Zugang zum Onlinebanking ihrer Opfer

Sieben Täter haben sich zu einer Bande zusammengeschlossen, um ihre Opfer um ihr Geld zu bringen. Betroffen waren Kunden der Postbank. Unbekannte Hintermänner hatten zunächst mit Hilfe eines Trojaners die Kontodaten der Bankkunden in Erfahrung gebracht. Alle Opfer nutzten das sogenannte mTan-Verfahren, bei welcher die Bank zur Autorisierung der Zahlung eine TAN per SMS auf das Handy der Kunden schickt.

Die Täter nutzten zum Abfangen der SMS sogenannte Multi-Sim-Karten oder Ersatz-Sim-Karten zu den Mobilfunkanschlüssen der Kunden. Mit dieser Vorgehensweise überwiesen sie von den Konten der Geschädigten hohe Geldbeträge auf Konten von angeworbenen „Geldwäschern“. In neun Fällen erbeuteten sie so stolze 790.000 Euro. Der Betrug flog aber auf. Das Landgericht Osnabrück hat die Täter im vergangenem Jahr verurteilt.

Mehrjährige Haftstrafen für Betrugsbande

Das Landgericht Osnabrück (Urteil vom 15. Juli 2016, Az. 15 KLs 12/14) verurteilte den 25-Jährigen Haupttäter wegen banden- und gewerbsmäßigen Computerbetrugs in mehreren Fällen zu einer Haftstrafe von 6 Jahren und 6 Monaten. Einen weiteren Hauptverantwortlichen verurteilte das Gericht zu einer Freiheitstrafe von 5 Jahren und 6 Monaten. Die fünf weiteren Beteiligten erhielten Strafen zwischen eineinhalb und zweieinhalb Jahren, die das Landgericht teilweise zur Bewährung aussetzte.

Praxis-Tipp:

Für viele Bankkunden stellt sich bei Phishing-Angriffen oder anderen Betrugsmaschen die Frage: Bekomme ich mein Geld von der Bank wieder? Bei Onlinebanking-Betrügen haben die Kunden die Zahlungsaufträge nicht autorisiert. Sie können grundsätzlich von der kontoführenden Bank Erstattung des Geldes verlangen.

Allerdings treffen auch den Bankkunden Sorgfaltspflichten. Er muss alle zumutbaren Vorkehrungen treffen, um den unbefugten Zugriff auf sein Konto zu verhindern (z.B. eine Firewall auf seinem PC einrichten). Die Praxis zeigt, dass die Banken nicht ohne Weiteres zahlen werden. Es bietet sich daher an, bei Problemen einen Rechtsanwalt aufzusuchen.

#Internetkriinalität #mTanVerfahren #Betrug

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